Zur Kenntnisnahme in der Stadtverordnetenversammlung am 26.06.2008.
Textauszug aus der Drucksache
Die Stadtverordnetenversammlung nimmt den Inhalt der Mitteilung zur Kenntnis.
Inhalt der Mitteilung:
Die Stadtverordnetenversammlung hatte in ihrer Sitzung am 13.12.2007 (DS 243/2007) mehrheitlich beschlossen, dass der Landkreis Uckermark aufgefordert wird, die Schulstruktur in der Stadt Prenzlau in den nächsten Jahren so zu entwickeln, dass die innenstadtnahen Schulen weiter ausgebaut werden, notfalls auch unter Aufgabe des Schulstandortes in der Berliner Straße. Der Bürgermeister wurde beauftragt, mit dem Landrat entsprechende Gespräche zu führen und der Stadtverordnetenversammlung das Ergebnis bis spätestens 30. Juni 2008 mitzuteilen. Am 23. April 2008 fand zu dieser Thematik ein Arbeitsgespräch zwischen dem Landrat, Herrn Schmitz und dem Bürgermeister, Herrn Moser, statt. Weiterhin nahmen an dieser Beratung seitens des Landkreises Frau Rudick (2. Beigeordnete) und Herr Falke (Leiter des Schulverwaltungs- und Kulturamtes) sowie von städtischer Seite Herr Dr. Blohm teil. Der Landkreis brachte zum Ausdruck, dass er nach dem Beschluss des Kreistages vom 28. November 2007 zur "Zweiten Fortschreibung der Schulentwicklungsplanung für den Landkreis Uckermark" (DS-Nr. 94/2007) keinen aktuellen Handlungsbedarf für Veränderungen in der Schulstruktur in der Stadt Prenzlau sieht. Auf Grundlage dieses Beschlusses wird sich die Schulstruktur in den nächsten Jahren wie folgt entwickeln: 1. Das Oberstufenzentrum (Brüssower Allee 97) wird weiterhin als solches genutzt. 2. Die Förderschule mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt - geistige Entwicklung wird saniert und zukünftig Räume des benachbarten Oberstufenzentrums zusätzlich nutzen. 3. Die Förderschule mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt "Lernen" zieht aus der Klosterstraße in die Lindenstraße (Lindenschule) um. Dieses Schulgebäude wurde völlig saniert und wird auch über den gegenwärtigen Planungszeitraum von fünf Jahren hinaus in Prenzlau Bestand haben. 4. Die Aktive Naturschule mit ihrem Oberschulteil wird sich mit ca. 15-20 Schülerinnen und Schülern jeweils in den Jahrgangsstufen 7 bis 10 ebenfalls kontinuierlich weiterentwickeln. 5. Bei den anderen drei weiterführenden Schulen ist das Anmeldeverhalten der Eltern in den Jahrgangsstufen 7 weiter zu beobachten. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt liegen für das Schuljahr 2008/09 folgende Anmeldungen vor:
a) Christa-und-Peter-Scherpf-Gymnasium: 56 Anmeldungen nach der Durchführung von Probeunterricht Anmerkung: Hier ist zu beachten, dass im kommenden Schuljahr noch eine Leistungsprofilklasse mit 28 Schülerinnen und Schülern aus der Jahrgangsstufe 6 in die Jahrgangsstufe 7 versetzt wird. D. h., dass zukünftig davon auszugehen ist, dass das Gymnasium sich stabil dreizügig entwickelt und die vorhandene Gebäudesubstanz mit Mehrfachsporthalle ausreichend ist (perspektivisch auch Wegfall 13. Klasse).
b) Gesamtschule "C. F. Grabow": 18 Anmeldungen Anmerkung: An dieser Schule läuft zum Ende des Schuljahres 2008/09 mit der Jahrgangsstufe 13 der letzte Abiturjahrgang aus. Die Schule wird ab dem kommenden Schuljahr auf Grund des Brandenburgischen Schulgesetzes zwangsläufig Oberschule.
c) Oberschule "Philipp Hackert": 118 Anmeldungen Anmerkung: Entsprechend der möglichen Kapazität dieser Schule werden max. 81 Schülerinnen und Schüler (Dreizügigkeit) aufgenommen, die restlichen werden an die Gesamtschule "C. F. Grabow" gehen. Dieses Anmeldeverhalten führt dazu, sofern es nicht noch eine erhebliche Steigerung der Anmeldungen am Gymnasium gibt, dass das Gebäude der Oberschule "Ph. Hackert" für die Beschulung aller Oberschüler nicht ausreichend sein wird. Das wiederum hat zur Folge, dass über die Schließung des Standortes am Georg-Dreke-Ring erneut im Kreistag diskutiert werden muss, da ansonsten ein Erweiterungsbau und ein Sporthallenneubau die Alternative wäre, wenn als langfristige Zielstellung ein öffentlich getragener Oberschulstandort in Prenzlau die Orientierungsgrundlage wäre. Da aber an der Berliner Straße alle Voraussetzungen für eine gute inhaltliche pädagogische Arbeit vorhanden sind und auch aus wirtschaftlicher Erwägung heraus, wird hier zwangsläufig ein zweiter öffentlicher Oberschulstandort entstehen. Auch unter dieser Prämisse ist die Gebäudesubstanz der Gesamtschule "C. F. Grabow" überdimensioniert, so dass Umbauten erfolgen müssen und ein Block perspektivisch außer Betrieb genommen wird. Eine Dreifeldsporthalle mit umfangreichen Freisportanlagen steht an diesem Standort ebenfalls zur Verfügung. Demnach ist der Wunsch der Stadtverordnetenversammlung aus städtebaulicher Sicht und zur Stärkung der Zentrumsfunktion nachvollziehbar, jedoch nicht realisierbar. Alternativ besteht die Möglichkeit, dass die Stadt Prenzlau im Stadtzentrum als Träger einen Oberschulstandort, inklusive Sporthalle errichtet. Es ist aber zweifelhaft, ob angesichts knapper Haushaltsmittel den Prenzlauer Einwohnern ein Schulneubau bei gleichzeitigem Verfall des Standortes in der Berliner Straße zu vermitteln wäre.
Amt für Bildung, Kultur und Soziales