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Förderprojekt KEK


12.04.2022
Dank Fördermittel können weitere wertvolle Akten restauriert werden

Vor zwei Jahren erhielt das Prenzlauer Stadtarchiv einen positiven Fördermittelbescheid von der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturgutes (KEK) für das dreijährige Modellprojekt: „Restaurierung historischer Akten und Pläne zu stadtbildprägenden Gebäuden von Prenzlau“.
Das Geld dafür stellen die Bundesbeauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BMK) und die Kulturstiftung der Länder (KSL) bereit.
Nachdem in den ersten zwei Förderjahren wertvolle Pläne sowie zwei Grundakten zum Amtsgericht und eine Grundakte der Landarmen- und Korrigendenanstalt restauriert wurden, hat die Restauratorin Susanne Grzimek nun die letzten vier Bände der Landarmen- und Korrigendenanstalt abgeholt, um sie in ihrer Restaurierungswerkstatt in Berlin quasi einer „Verjüngungskur“ zu unterziehen. Alte Beschädigungen, wie Risse und Fehlstellen im Papier, Verschmutzungen oder Tintenfraß werden ausgebessert, so dass die Akten auch für kommende Generationen erhalten und benutzbar bleiben.

Anhand der Akten lässt sich die Baugeschichte sowie im Groben auch die Anstaltsgeschichte der ehemaligen Landarmen- und Korrigendenanstalt bis in die 1940er Jahre sehr gut nachvollziehen.
1841 wurden vor dem Schwedter Tor das Hauptgebäude und ein Arbeitshaus fertiggestellt. Damit konnte die 1797 in der Prenzlauer Lindenstraße 778 eingerichtete, sogenannte „Landarmenanstalt“ endlich zu seinem neuen Standort umziehen. Sie diente der Armenfürsorge und Nachhaftvollstreckung. In die Anstalt wurden Bettler, Vaganbunden, haftentlassene Verbrecher oder Prostituierte eingewiesen, die dort zur Arbeit angehalten wurden. Durch stetig wachsende Belegungszahlen des Landarmenhauses wurden zusätzliche Räume notwendig. So wurden in den folgenden Jahren zahlreiche Neubauten sowie Um- und Anbauten durchgeführt: u.a. wurde 1846 ein Lazarett für die „Insassen beider Geschlechts“ erbaut, 1866/67 ein neues Inspektionsgebäude, das in den folgenden Jahren für die Unterbringung der weiblichen Insassen diente und deshalb als Weiberhaus bezeichnet wurde.
Das sog. Weiberhaus diente später der Mädchen-Fürsorgeerziehung. 1902 wurde darin laut Akten ein Mädchenfürsorgeheim eingerichtet.
Das an die Stadtmauer angrenzende Waschküchengebäude wurde 1882 errichtet.
Die Bezeichnung „Landarmen- und Korrigendenanstalt“ führte das Landarmenhaus seit etwa 1880.
1919 erhielt das Männerhaus eine neue Funktion als Brandenburgisches Wanderarbeits – und Altersheim. Ziel des Wanderarbeitsheim war es, wandernden Arbeitern durch gezielte Maßnahmen den Einstieg in den normalen Arbeitsprozess zu ermöglichen. 1928 wurde auch dieser Trakt vom Mädchenfürsorgeheim übernommen, da für das Wanderarbeitsheim eine gesonderte Anstalt in der Angermünder Straße erbaut worden war. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde das Brandenburgische Mädchenfürsorgeheim aufgelöst und im Anstaltskomplex eine Brandenburgische Pflegeanstalt eingerichtet.
Der Gebäudekomplex überstand die Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg und beherbergt heute die Stadtverwaltung, die Diesterwegschule sowie den Teil 2 des Gymnasiums.

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22.04.2021
Restaurierte Akten und Pläne kehren zurück

Mitte letzten Jahres erhielt das Prenzlauer Stadtarchiv im Dominikanerkloster Prenzlau einen positiven Fördermittelbescheid von der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturgutes (KEK) für das dreijährige Modellprojekt: „Restaurierung historischer Akten und Pläne zu stadtbildprägenden Gebäuden von Prenzlau“.
Durch diese Zuwendung können wertvolle Grundakten des Magistrats zu Prenzlau zur Landarmen- und Korrigendenanstalt (heutiger Rathauskomplex mit Diesterweggrundschule, Teil 1, und Gymnasium, Teil 2) und zum Amtsgericht Prenzlau über einen Zeitraum von drei Jahren restauriert werden.
Die Fördermittel dafür stellen die Bundesbeauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BMK) und die Kulturstiftung der Länder (KSL) bereit.
Im ersten Förderjahr wurden historische Pläne des Amtsgerichtes Prenzlau sowie die zwei dazugehörigen Grundakten wiederhergestellt. Diese kehrten nun von der Restaurierung aus Berlin zurück und stehen geschichtsinteressierten Archivnutzern wieder uneingeschränkt zur Verfügung. Unter den Plänen war beispielweise auch eine Ansichtszeichnung des Amtsgerichts aus der Planungsphase im Jahr 1855.
Gleichzeitig wurden der Restauratorin, Susanne Grzimek, die ausgewählten Archivalien für das zweite Förderjahr übergeben. Nun können sehr beschädigte Pläne des Erweiterungsbaus des Amtsgerichts aus dem Jahr 1924 sowie eine Akte der Landarmen- und Korrigendenanstalt restauriert werden.

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30.09.2020
Wertvolle Akten können restauriert werden 

Anfang des Jahres nahm das Prenzlauer Stadtarchiv an der Ausschreibung von Fördermitteln durch die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturgutes (KEK) teil. Für Projekte, bei denen der Erhalt von Originaldokumenten im Fokus steht, stellen die Bundesbeauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BMK) und die Kulturstiftung der Länder (KSL) rund 380.000 € bereit.

40 Einrichtungen wurden gefördert, davon nur sechs mit mehrjährigen Projekten, wozu das Stadtarchiv zählt. Es hat für sein Modellprojekt: „Restaurierung historischer Akten und Pläne zu stadtbildprägenden Gebäuden von Prenzlau“ den Zuschlag bekommen. Das Förderprojekt läuft über drei Jahre und hat ein Gesamtvolumen von 16.838,50 €. Dieses setzt sich aus 12.338,50 € Fördermitteln und 4.500 € Eigenmitteln zusammen.
Es ist nun möglich, wertvolle Grundakten des Magistrats zu Prenzlau von der Landarmen- und Korrigendenanstalt und zum Amtsgericht Prenzlau restaurieren zu lassen.

Die Anlage der ehemaligen Landarmen- und Korrigendenanstalt befindet sich am Steintor und besteht aus mehreren Gebäuden. In einem Gebäude davon befindet sich heute das Rathaus der Stadt. Es entstand in den Jahren 1866/67 als neues Inspektionsgebäude und diente in den folgenden Jahren der Mädchen-Fürsorgeerziehung.
Das heutige Haus 2 der Stadtverwaltung, das sogenannte „Uhrenhaus“, wurde bereits 1846 als Lazarett für die „Insassen beider Geschlechts“ erbaut und 1899/1900 durch einen Anbau für 30 Betten erweitert.
Das heutige Haus 3, in dem sich die Kantine befindet, wurde 1882 als Waschküchengebäude erbaut und 1906/07 durch die Errichtung eines zusätzlichen Lazaretts, das ausschließlich den Zöglingen des Brandenburgischen Fürsorgeheims vorbehalten war, erweitert.
Zur Anlage gehörte auch das Gebäude der heutigen Diesterweggrundschule, Teil 1. Dieses Gebäude entstand 1841 als Hauptgebäude der Anstalt und diente später als Männerhaus. Auch der Schulteil II des Gymnasiums, die ehemalige LAGA –Blumenhalle, gehörte zu diesem Gebäudekomplex. Es wurde zeitgleich wie die Diesterweggrundschule erbaut und als Arbeitshaus der Anstalt genutzt.
Zu diesem Gebäudekomplex existieren 5 umfangreiche Grundakten, in denen die Baugeschichte der Anstalt dokumentiert wird.
Der zweite Gebäudekomplex, dessen historische Akten restauriert werden können, ist der des heutigen Amtsgerichtes und des Polizeigebäudes in der Baustraße bzw. Wallgasse. 1851 kaufte der Justizfiskus Grundstücke in der Prenzlauer Baustraße für den Neubau eines Kreisgerichtsgebäudes und eines Gerichtsgefängnisses an. In den Jahren 1855-1859 wurde der Bau ausgeführt. Das Gericht wurde im Stil der Neo-Tudor-Gotik errichtet und ist noch heute ein architektonischer Blickfang in Prenzlau. Es beherbergte vor 1945 nicht nur ein Kreisgericht, sondern auch ein Landgericht.
Das Gericht behielt im Laufe der Jahre seine ursprüngliche Gestalt, obwohl aus dem Jahr 1889 Pläne für einen Erweiterungsbau am linken Giebel und für einen neuen Dachabschluss vorliegen. Die typischen, wehrhaftig anmutenden, zinnenartigen Dachaufbauten des Neo-Tudorstils sollten durch einen spitzen Giebel ersetzt werden. Doch nur der Anbau wurde realisiert.
In den Jahren 1923-1925 folgte ein weiterer großer Erweiterungsbau in der Wallgasse, weil die Räume für die Justizverwaltung des Land- und Amtsgerichtes sowie der Staatsanwaltschaft im Gerichtsgebäude nicht mehr ausreichten. In diesem Gebäudeteil ist heute die Polizei untergebracht.
Zum Amtsgericht existieren zwei Grundakten des Magistrats sowie zahlreiche Pläne. Die Grundakten sowie 35 dazugehörige Pläne, die Ältesten aus den 1850er Jahren, können nun durch die Förderung restauriert werden.

Aufgrund des Alters und durch die häufige Benutzung sind die Akten und Pläne verschmutzt und teilweise beschädigt. Gerade großformatige Pläne, die sich in den Akten befinden, sind eingerissen oder an den Knickstellen komplett gebrochen. Damit diese sieben Akten und 35 Pläne auch weiterhin benutzbar bleiben, werden sie mit Hilfe der Fördergelder gereinigt und restauriert.

Gefördert durch
Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
und die Kulturstiftung der Länder

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Informationen zur Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturgutes (KEK) finden Sie hier

 

Dominikanerkloster Prenzlau

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Restaurierung Grundakten

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