Rechenschaftsbericht für das Jahr 2010

Rechenschaftsbericht für das Jahr 2010

über die Tätigkeit des Beirats für Menschen mit Behinderung der Stadt Prenzlau

Wir haben unsere Arbeit im Jahr 2010 gern und mit großem Engagement erledigt.

Die Teilnahme an den Sitzungen der Fachausschüsse und Stadtverordnetenversammlungen ist für uns eine Selbstverständlichkeit, auch an Ortsbeiratssitzungen nehmen wir teil und interessieren uns für die Belange der Menschen in den Ortsteilen.

In der Arbeitsgruppe” Sozialpaket”, der AGr “Nachhaltige Stadtentwicklung”, arbeiteten wir mit, in der AGr “Freizeitaktivitäten” (Agendadiplom) war der Beirat durch Silke Nikkel mit einem eigenen Projekt vertreten, weiterhin sind wir auch auch bei der Mittelvergabe aus dem Europäischem Sozialfonds (ESF) = Stärken vor Ort aktiv.

Mit dem Seniorenbeirat pflegen wir eine freundschaftliche Zusammenarbeit, tauschen uns in Sachfragen aus und besuchen Veranstaltungen, wie beispielsweise die Seniorenbörse und den Kriminaltango.

Es war uns eine Ehre an der feierlichen Unterzeichnung des Städtepartnerschaftsvertrages mit der polnischen Stadt Barlinek und an der Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages mit der Bundeswehr teilzunehmen.

Wir können mit Sicherheit sagen, dass wir in der Stadt präsent sind, davon zeugen zahlreiche Einladungen die wir gern annehmen, nutzen wir doch fast immer die Gelegenheit, die Interessen von Menschen mit Behinderung in die Gespräche einzubringen.

Im Berichtszeitraum haben wir 7 Beiratssitzungen durchgeführt.

Das Thema, das uns dabei besonders unter den Nägeln brannte ist die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) zur Stärkung der Rechte chronisch kranker und behinderter Menschen, die Konvention ist seit März 2009 vom Deutschen Bundestag angenommen, aber zurUmsetzung fehlen immer noch konkrete Handlungsanleitungen.

Die BRK bedeutet mehr als Barrierefreiheit, es sind die Bereiche Bildung, Wohnen, Arbeit und eben Barrierefreiheit; sie alle müssen neu überdacht werden.

Die für viele, anfänglich, so auch für uns ungewohnte Forderung nach Inklusion beinhaltet zuallererst ein Umdenken.

Am Schwierigsten wird es im Bildungsbereich, aber auch die Normen des Zusammenlebens und des Umgangs miteinander erfordern eine Neuorientierung; Menschen mit Behinderung wollen künftig nicht mehr in eine bestehende gesellschaftliche Gruppierung oder Ordnung mit Mühe integriert werden, sondern sie bzw. wir wollen von Anfang an dazugehören, wir wollen nicht nur am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, sondern wollen es mitgestalten!

Weiterhin haben wir mit 4 Beiratsmitgliedern an der 1. Behindertenpolitischen Regionalkonferenz des Landes Brandenburg in Eberswalde teilgenommen und in Arbeitsgruppen mitgearbeitet.

Wir haben uns mit den Planungen zu :

Fußgängerunterführung Tunnel Bahnhof Prenzlau und P+R Anlagen befasst, sind erfreut über die Planungen, dennoch haben wir eine Stellungnahme abgegeben, haben Wünsche geäußert, die insbesondere Verbesserungen der Nutzungsmöglichkeit für Rollstuhlfahrer und Sehschwache beinhaltet und hoffen, dass sie Berücksichtigung finden.

Die Planungen zur Landesgartenschau 2013 werden aufmerksam von uns verfolgt, barrierefreie Zugänge zur LaGa, ein entsprechendes Wegenetz mit  einem Blindenleitsystem ist wünschenwert, Barrierefreiheit der LaGa-Gastronomie, Behindertentoiletten, barrierefreie Zugänge zu Ausstellungshallen, Verkehrsführung, Parkmöglichkeiten und der Shuttle-Service sind die Themen die uns vorrangig interessieren.

Wir freuen uns über die Planungen des Außenbereichs bei der Neugestaltung des Marktbergs - Prenzlaus neue Mitte - mit z. Bsp. 5 barrierefreien Zugängen, die von uns gewünschte Hubvorrichtung zur problemlosen Überwindung von Höhenunterschieden zwischen künftigem “Ober- u. Untermarkt” scheint nun doch zu kommen; wir waren sehr traurig, dass wir als Beirat und als Menschen mit Behinderung mit der Stadt Prenzlau als Bauherrn und den Planern über die Definition der Barrierefreiheit im Clinch liegen mussten (vielleicht aber auch noch weiterhin müssen), Hintergrund ist wie überall das Geld.

Bei den geplanten Gebäuden gehen wir davon aus, dass eine Etage, wie im § 45 der BbgBO vorgesehen barrierefrei wird, und nicht nur seniorengerecht wie es nach der letzten WSO - Sitzung in der Zeitung zu lesen war, (Artikel PZ, vom 26.01.11)  - wir sehen auch hier Probleme auf uns zukommen. 
Wir haben an den Fortbildungsveranstaltungen zu DOPPICK teilgenommen, wir waren in Joachimsthal zu einer Informationsveranstaltung über kommunales Mobilitätsmangement und konnten anhand der Ergebnisse der Kommune Rheinsberg nicht unbedingt einen Handlungsbedarf für uns erkennen

Zusätzlich zu unserer regelmäßigen Arbeit haben wir uns für jedes Quartal etwas Besonderes unternommen bzw. durchgeführt.

Im 1. Quartal 
besuchten wir die Altenwohnanlage des ASB in der Schulzenstraße. Die Leiterin Frau Daum führte uns durch die Einrichtung. Anschließend hielten wir bei Kaffee und Kuchen unsere Beiratssitzung ab und freuten uns über die Gäste aus der Wohnanlage, die an unserer öffentlichen Sitzung teilgenommen haben.

Im 2. Quartal
organisierten wir gemeinsam mit dem Reha- u. Behindertensportverein am 05.05.10 unseren fast schon traditionellen Aktionstag in der Friedrichstraße. Unterstützt wurden wir u.a.von der Aktion Mensch, der Kulturgruppe der Schule mit dem sonderpädagogischem Förderbedarf “Geistige Entwicklung”, und etwa 30 Gästen aus Barlinek. Besonderen Dank sagen wir unseren Mitausstellern, weiterhin der Stadtverwaltung Prenzlau, dem Dominikanerkloster, der Wohnbau GmbH, und Scheffels Gaststätten; wir sind dankbar dafür, mit welchem Großzügigkeit und Selbstverständlichkeit wir unterstützt werden, für 2011 hoffen wir auf die gleiche Hilfe.

Im 3. Quartal
am 15.09.10 fand unser 12. Integratives Spiel- u. Sportfest statt. Leider bei anfänglich schlechtem Wetter. Bezeichnenderweise waren die mit der weitesten Anreise von Anbeginn an dabei, während Prenzlauer durch Abwesenheit glänzten. Das 12. Integrative Spiel- u. Sportfest war ein Beweis, dass sich alle Mitglieder des Beirats neuen Aufgaben stellen und Verantwortung übernehmen; dafür mein Dank an alle Beiratsmitglieder, denn ich war zu dem Zeitpunkt im Krankenhaus.

Im 4. Quartal
brachen wir mit 4 Beiratsmitgliedern zu einem Gegenbesuch  nach Barlinek auf, erwartet wurden wir von Grazyna Matysiak-Domachowska, der Leiterin der Einrichtung” Osrodek” und ihren Schützlingen, wir wurden auf das freundlichste mit einem kleinen Kulturprogramm empfangen und anschließend bewirtet. Für den Nachmittag hatte Grazyna den Besuch der Einrichtung “Bratek” vorgesehen. Der Trägerverein für Kinderhilfe “Bratek” betreibt eine nichtöffentliche Tagespflege mit Bildungs- und Erziehungszentrum für schwer- u. schwerstbehinderte Kinder und Jugendliche. Bei aller Betroffenheit waren wir tief berührt von dem liebevollen Umgang der Erzieher und Erziehrinnen mit den Erkrankten; außerordentlich imponiert hat uns der Einsatz von Huskys in der Therapie. Wir fuhren nachdenklich und still nach Prenzlau zurück; allerdings mit dem Gefühl der Dankbarkeit für das Wirken des Städtepartnerschaftsvereins, der durch finanzielle Unterstützung diese Aktivitäten ermöglicht und hilft die Städtepartnerschaft mit Leben zu erfüllen. 

Wir hätten noch über vieles mehr zu berichten, z.Bsp.:

- unseren Einsatz bei einer medizinischen Informationsveranstaltung mit dem PD Dr. Karl Baum von der Havelland Klinik Hennigsdorf,

- zur Änderung der Stadtbusrouten und Einrichtung einer Haltetstelle in der Friedrichstraße bzw. der Kleinen Friedrichstraße,

- unsere Teilnahme an Grundsteinlegung, Richtfest und Schlüsselübergabe des Erweiterungsbaus der Uckermärkischen Werkstätten,

- unsere Teilnahme an der Ausgabe der Zertifikate an künftige Pflegebegleiterinnen in den Räumen der AWO in der Schwedter Straße 65

Die Aufzählung soll damit beendet sein. Wir denken, wenn wir Ihnen damit einen Eindruck von unserer Arbeit, unserer Freude daran, unserer Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen, vermitteln konnten, war es  ausreichend.

Zum Abschluss danke ich im Namen aller Beiratsmitglieder, Herrn Bürgermeister Sommer und dem Vorsitzenden der SVV Herrn Hoppe, allen Stadtverordneten, Herrn Dr. Heinrich, Herrn Wöller-Beetz, Herrn Dr. Blohm, Frau Oyczysk, Herrn Müller und vielen vielen mehr, für Verständnis, Hilfe und Unterstützung.

Die Probleme des Jahres 2011 werden nicht weniger, aber mit einem respektvollen Umgang miteinander werden wir sie gemeinsam lösen können.

Brigitte Bernhard
Prenzlau, den 17.02.2011