Stadtumbau
Ziel des Förderprogramms ist es, den durch wirtschaftlichen und demographischen Wandel verursachten städtebaulichen Funktionsverlusten der Städte umfassend zu begegnen und die Zukunftsfähigkeit der Städte und des Wohnungsmarktes gezielt zu stärken. Dabei steht nicht allein die Bekämpfung des Wohnungsleerstandes im Mittelpunkt, sondern auch die Stabilisierung von durch physischen Verfall und soziale Erosion bedrohten Stadtteilen sowie die Wiedernutzung von aus städtebaulicher Sicht besonders wertvollen innenstädischen Altbaubeständen mit überdurchschnittlichen Leerstandsquoten. Die Maßnahmen sollen die Revitalisierung der Innenstädte unterstützen, der Zersiedlung im Umland entgegenwirken und die Identifikation der Bürger mit ihrer Stadt stärken. Dazu werden zwei Strategien gefördert:
- Rückbau dauerhaft leerstehender Wohnungen zur Reduzierung von Angebotsüberhängen
- Aufwertungsmaßnahmen, um erhaltenswerte Gebäudeensembles zu sichern, die städtische Infrastruktur an die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen und freigelegte Flächen einer neuen Nutzung zuzuführen.
Förderzeitraum: 2004 bis 2013
Gebietsgröße: ca. 200 Hektar (ha)
Die Stadt Prenzlau hat im vergangenen Jahr mit ihrem räumlichen Strukturkonzept die bisherigen Planungsziele für die Gesamtstadt überprüft und fortgeschrieben. Vor dem Hintergrund der rückläufigen Bevölkerungsentwicklung und der wirtschaftlichen Stagnation wurde mit der Abgrenzung der Förderkulisse Stadtumbau Ost das Ziel verfolgt, die Entwicklung des inneren Stadtgebietes mit Priorität zu betreiben und das Wohnungsangebot behutsam der sich ändernden Nachfrage anzupassen.
Das Wohngebiet Igelpfuhl und die Innenstadt sind die Schwerpunktgebiete für den Stadtumbau. Dabei werden die Ziele verfolgt, das Wohngebiet durch die Verbesserung der sozialen Infrastruktur und des Wohnumfeldes zu stabilisieren. Ziel der Prenzlauer Stadtentwicklung muss es sein, möglichst viele Bewohner in der Stadt zu halten und neue Einwohner zu gewinnen. Das bedeutet im Einzelnen die Sicherung und Entwicklung der Stadt zu einem attraktiven Wohnstandort für alle Bevölkerungsgruppen sowie die Stärkung der Versorgungsbedeutung und Wirtschaftskraft. Will die Stadt das Zentrum in der Uckermark sein, so muss sie über die hierfür notwendigen Zentralitätsfaktoren verfügen und diese bündeln.
Die Stärkung der Zentrumsfunktion kann im Wesentlichen nur durch Aufwertungsmaßnahmen unterstützt werden, die den Standort für Investitionen und Ansiedlungen attraktiv machen. Die Maßnahmeschwerpunkte liegen daher in einer nutzerfreundlichen Gestaltung der zentralen Straßenräume, in einer guten Erreichbarkeit für alle Verkehrsteilnehmer, in einer Ordnung des ruhenden Verkehrs sowie in einer funktionsfähigen Erschließung der Einrichtungen.
Im Wesentlichen beziehen sich die Maßnahmen auf das Gebiet innerhalb der Stadtmauer und hierbei insbesondere auf die Achse Friedrichstraße/Steinstraße sowie auf den Marktberg mit der Verbindung zum Uckersee.
In der Innenstadt sind die Förderprogramme zur städtebaulichen Sanierung und „Zukunft im Stadtteil (ZiS)" und im Wohngebiet Igelpfuhl die Förderprogramme Neubaugebiet Igelpfuhl (VV-N) sowie Soziale Stadt im Einsatz. Mit Hilfe dieser Programme wurden bereits wesentliche Aufwertungsmaßnahmen vorbereitet und umgesetzt. Die teilräumliche Vertiefung Innenstadt und Igelpfuhl wurden genutzt, um in einer engen Kooperation mit den Programmverantwortlichen die Ziele und die einzelnen Maßnahmenpläne dieser Förderprogrammplanungen abzustimmen und Umsetzungsprioritäten herauszuarbeiten.
Maßnahmen 2005:
Rückbau
8 Wohneinheiten (WE) Kietzstraße 36
56 WE Geschwister-Scholl-Straße 50-62
7 WE Neustädter Damm 10
17 WE Güstower Straße 9-11
18 WE Lessingstraße 9-11
20 WE Triftstraße 17-21
9 WE Winterfeldtstraße 12
9 WE Winterfeldtstraße 13
3 WE Dorfstraße 65, OT Schönwerder
Aufwertungsmaßnahmen 2005:
- Neugestaltung des Parkplatzes in der Steinstraße zwischen REWE und Woolworth
- Ausbau des Gehweges im Uckerwiek Darre bis Wasserpforte
Maßnahmen 2006
Rückbau 2006:
Für den Rückbau von dauerhaft leerstehenden Wohnungen standen der Stadt Prenzlau in 2006 Fördermittel in Höhe von 602.200 € (Bund/Land) zur Verfügung.
Mit diesen Mitteln wurden der Wohnbau GmbH und dem Kommunalen Wohnungsunternehmen Prenzlau - Land GmbH der Abriss von 188 Wohneinheiten, entspricht einer Wohnfläche von 11.197,55 m², finanziert.
Zu den Abrissmaßnahmen zählten folgende Objekte:
28 WE Freyschmidtstraße 22 - 25
28 WE Schwedter Straße 15a - c
23 WE Freyschmidtstraße 26 - 26b
32 WE Karl - Marx - Straße 10 - 18
27 WE Akazienstraße 1 - 5
30 WE Dedelow Bahnhofstraße 5 - 9
4 WE Schnelle 7
13 WE Thomas-Müntzer-Platz 1 - 1a
3 WE Uckerwiek 811 - 813
Für das Teilprogramm „Aufwertung" des Bund-Land-Förderprogramms „Stadtumbau Ost - Für lebenswerte Städte und attraktives Wohnen" wurden 138.836,50 € Bundes- und Landesmittel bewilligt. Inklusive des zu erbringenden kommunalen Mitleitungsanteils standen im Haushaltsjahr 2006 somit Städtebaufördermittel in Höhe von 208.254,75 € (1/3 Bund, 1/3 Land, 1/3 Stadt) zur Verfügung.
Aufwertungsmaßnahmen 2006:
- Fertigstellung des Gehweges einschließlich Parkplatz Steinstraße
- Gehweg Uckerpromenade 1. BA (Einfahrt Parkplatz Seebad bis Nordspitze)
Maßnahmen 2007
Rückbau:
5 WE Stettiner Straße 57, 59
5 WE An der Schnelle 40
5 WE An der Schnelle 42
8 WE An der Schnelle 52
24 WE Marktberg 2, Friedrichstr. 1,3,5, Scharrnstr. 14
16 WE Marktberg 6,8, Scharrnstr. 10,12
12 WE Marktberg 10
14 WE Scharrnstr. 8
15 WE Scharrnstr. 6
32 WE Scharrnstr. 4, Marktberg 12,14,16,18,20, 22
12 WE Scharrnstr. 2
Insgesamt wurden bisher 484 Wohneinheiten, davon 33 in Ortsteilen der Stadt Prenzlau, abgerissen. Das entspricht einer abgerissenen Gesamtwohnfläche von 29.956,66 m².
Aufwertungsmaßnahmen:
- Fertigstellung Gehweg Uckerpromenade
- Straßenbau Kleine Friedrichstraße
- Lichtsignalanlage Kreuzung Steinstr., Marktberg, Vincentstr.
- Erstellung eines Bebauungsplanes für den Marktberg
Maßnahmen 2008
Aufwertungsmaßnahmen:
- Kreisverkehr Seeweg, Bergstraße, Uckerpromenade
- Straßenbau Lewetzowweg bis Kreisverkehr Seeweg (Kombination verschiedener Fördermittel Mod-Inst-Richtlinie)
Ansprechpartner:
Frau A. Kleiber
SG Fördeangelegenheiten
SB Stadterneuerung
Telefon: 03984 75-4261
Frau B. Hoppe
SG Stadtplanung
SGL Stadtplanung
Telefon: 03984 75-3061
