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Integriertes Stadtentwicklungskonzept (INSEK)

Mit großer Freude hat Prenzlau die Entscheidung des Ministers für Infrastruktur und Raumordnung (MIR), Reinhold Dellmann, aufgenommen, dass Prenzlau eine von den 15 Städten sein wird, die bis 2013 durch das EFRE-finanzierte Europäische Union (EU)-Programm ‚Nachhaltige Stadtentwicklung' gefördert wird.

Grundlage dieser Entscheidung war das in den letzten Monaten in zahlreichen Gremien diskutierte Integrierte Stadtentwicklungskonzept (INSEK). Das MIR hatte 2007 über 40 brandenburgische Städte aufgefordert, aussagefähige INSEK's auszuarbeiten und einzureichen. In einem ersten Auswahlprozess reduzierte sich die Anzahl der potentiellen Fördermittelempfänger auf 22 Städte. Die Tatsache, dass Prenzlau von den 15 aufgenommenen Städten die einzige Stadt außerhalb eines regionalen Wachstumskerns ist, unterstreicht die Bedeutung der Kreisstadt als Anker im ländlichen Raum. Die Stadt wertet daher dieses Votum auch als ein deutliches Bekenntnis der Landesregierung zu den peripheren Regionen Brandenburgs.

Mit den INSEK sollen die Kommunen Aussagen zur Konzentration ihrer zukünftigen Stadtentwicklungsmittel auf ausgewählte Handlungsfelder und räumliche Handlungsbereiche formulieren. Das INSEK übernimmt eine zentrale Funktion für die strategische Steuerung und Abstimmung vielfältiger Handlungsfelder auf städtischer Ebene. Es dient als planerische Voraussetzung und als Entscheidungsgrundlage für die Zuwendung von Fördermitteln von Bund und Land sowie aus EU-Strukturfonds.

Wesentliche Ziele und Inhalte des INSEK sind:

  • Betrachtung der übergeordneten Rahmenbedingungen für die Stadtentwicklung (unter anderem Bevölkerungsentwicklung, Einordnung in den regionalen Kontext), Auswertung vorliegender Planungskonzepte sowie Analyse der Stärken und Schwächen
  • Koordination der Strategien in den wichtigsten kommunalpolitischen Bereichen wie zum Beispiel Wohnen und Stadtumbau, Wirtschaft, Kultur, soziale Infrastruktur, Bildung, regionale Kooperation
  • Formulierung eines Leitbildes für die langfristige Stadtentwicklung und Definition der übergeordneten Entwicklungsziele
  • Benennung zentraler Handlungsfelder und wesentlicher Maßnahmen
  • Ableitung von Schlüsselmaßnahmen und Projekten
  • Kosten- und Finanzierungsübersicht

Auszüge aus dem INSEK:

Analyse Stärken - Schwächen - Chancen - Risiken (SWOT)
Stadtstruktur und Wohnen
Wirtschaft und Beschäftigung
Bildung und Wissenschaft
Verkehrliche und technische Infrastruktur
Soziale und Gesundheitsinfrastruktur
Kultur, Freizeit und Tourismus
Energie und Umwelt
Stadtmarketing/ Bürgerschaftliches Engagement/Netzwerke
Zusammenfassung der SWOT Analyse

Entwicklungsschwerpunkte
Entwicklungsschwerpunkt I: Sicherstellung der mittelzentralen und kreisstädtischen Funktion
Entwicklungsschwerpunkt II: Forcierung der wirtschaftlichen Entwicklung
Entwicklungsschwerpunkt III: Entwicklung der Innenstadt
Entwicklungsschwerpunkt IV: Ausbau des Tourismus und der Kultur- und Freizeitangebote

Schlüsselmaßnahmen
Aufgrund der Bedeutung Prenzlaus
als Kreisstadt und Mittelzentrum und den daraus folgenden inhaltlichen
Entwicklungsschwerpunkten und räumlichen Handlungsbereichen, in
denen jeweils integrierte Strategien und Einzelprojekte verfolgt werden,
erfolgt eine Konzentration auf drei Schlüsselmaßnahmen:

Schlüsselmaßnahme 1 - Innenstadtoffensive Prenzlau
Schlüsselmaßnahme 2 - Zukunftsfähiger Wirtschaftsstandort
Schlüsselmaßnahme 3 - Inwertsetzung der naturräumlichen Potenziale

Bausteine der EFRE-Strategie
Im Folgenden werden die wichtigsten Teilprojekte der EFRE-Strategie zusammengefasst. Es handelt sich dabei nur um die aus EFRE-Mitteln geförderten Maßnahmen, also nicht um ergänzende Vorhaben aus anderen Finanzierungsquellen, die einen maßgeblichen flankierenden Beitrag zur Innenstadtstärkung oder anderer strategischer Hauptziele leisten.
Es handelt sich um ein integriertes Maßnahmebündel mit folgenden Teilprojekten:
1. Ausbau der Uferpromenade und Aufwertung der Uferbereiche
2. Umfeldgestaltung im Bereich Marktberg
3. Gestaltung des Stadthafens und „Tor zum Uckersee"
4. Inwertsetzung der Marienkirche
5. Einrichtung eines Eltern-Kind-Zentrums in der Kita Freundschaft
6. Ausbau ehemaligen Arbeitshauses der Landarmen- und Korrigendenanstalt
(heute Bestandteil des Rathauskomplexes): Aufbau einer Präsenzstelle
der Fachhochschule Eberswalde und einer Berliner Fachhochschule
7. Ausbau ehemaligen Arbeitshauses der Landarmen- und Korrigendenanstalt (heute Bestandteil des Rathauskomplexes): Nachnutzung eines Gebäudeteils für Schulisches Wohnen (Internat für Leistungs- und Begabtenklasse und Präsenzstelle
8. Sanierung des Uckerstadions
9. Sanierung der Stadtmauer und Vervollständigung des Rundwegs
10. Sanierung des ehemaligen Waschhauses des Dominikanerklosters und Nachnutzung als deutsch-polnisches Kunst- und Kulturzentrum
11. Schaffung eines integrierten Stadtwegenetzes im Zentrum und am See
12. Maßnahmen zur Stärkung der lokalen Ökonomie
13. Maßnahmen zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements und zur sozialen Integration