Gestaltung des Kirchplatzes und des Klostergartens
Der Bereich zwischen Klostergarten/Dominikanerkloster/Waschhaus und Nikolaikirchplatz erhält eine neue Außenanlagengestaltung.
Die Stadt Prenzlau plant im Zuge der Umgestaltung des Klostergartens und des Nikolaikirchplatzes die Straße St. Nikolai Kirchplatz auf einer Länge von ca. 50 Metern grundhaft auszubauen.
Der Ausbau, der die Straße, Regenentwässerung und Straßenbeleuchtung umfasst, muss unter Vollsperrung erfolgen. Ab dem 19. August wird der Fahrbahnbereich St. Nikolai Kirchplatz voll gesperrt sein. Der Kirchweg ist mit dem Fahrzeug nicht mehr erreichbar. Die Sternstraße und die Diesterwegstraße sind weiterhin ohne Einschränkungfen nutzbar.
Bauzeitraum und Vollsperrung gelten voraussichtlich bis zum 10. Oktober dieses Jahres. Die Anlieger und alle anderen Fahrzeugführer werden um Verständnis gebeten.
Die vorhandene Topografie wird dabei weitgehend nicht verändert. Im Klostergarten werden befestigte Flächen vor dem Waschhaus, dem Kloster und Wegeverbindungen zwischen Steinstraße und Umwegung um das Kloster bzw. die Kirche aus Naturstein hergestellt. Der Rundweg führt zum Platzbereich am Nikolaikirchplatz. Der Hauptplatz ist erhöht und wird über eine Rampe und großzügige Treppenanlage erschlossen.
Zwischen Platz und neu erstellten Parkplätzen werden Baumeinfassungen hergestellt. Auf dem Platz befindet sich ein Wasserobjekt mit Trinkwasserhahn.
Die an den Parkplätzen angrenzende Straße wird grundhaft ausgebaut, incl. Gehweg und Straßenbeleuchtung.
Entlang der Wege werden Pollerleuchten und in Bereichen von Stützwänden Wandleuchten zur Wegeführung vorgesehen.
Unter Bestandsbäumen werden vereinzelt Bodenleuchten und entlang der Umwegung werden lineare Bodenleuchten die Kirche in Szene setzen.
Das Bauvorhaben wurde vom Landschaftsarchitekturbüro STraum a. aus Berlin geplant. Die Elektroplanung wurde an das Ing.-Büro Wand aus Hamburg vergeben.
Die Ausführung der Außengestaltung erhielten die Prenzlauer Firmen Reserv Gmbh sowie die Elektro-Gottschalk GmbH.
Die gesamte Maßnahme wird archäologisch betreut von der Firma asr, Dr. Roeder aus Berlin.
Das Bauvorhaben wird zu 2/3 gefördert: 1/3 von Landesmitteln, 1/3 von Bundesmitteln sowie zu 1/3 aus Eigenmitteln der Stadt aus dem Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmeplan.
Ora et labora - Projekt Klostergarten nimmt Gestalt an
Dieter Kieckhöfel: „Wir liegen gut im Zeitplan"
Im Klostergarten gehen die Bauarbeiten voran. „Gewissermaßen gehört dieses Projekt bereits in die Vorbereitungen auf die Landesgartenschau 2013 in Prenzlau", so Bauamtsleiter Dr. Andreas Heinrich, der überzeugt ist, dass die Anlage zu einem besonderen Schmuckstück und damit auch im Rahmen der LAGA zum Besuchermagneten wird. „Die Maßnahme ist ein wichtiger Schritt bei der Stadtgestaltung", stimmt Dieter Kieckhöfel, Geschäftsführer der Reserv GmbH zu. Als bauausführendes Unternehmen setzen die Landschaftsgestalter seiner Firma die Ideen des Berliner Büros ST raum a, das auch für das Konzept zur LAGA verantwortlich zeichnet, um. „Es ist schön, wenn man selbst überzeugt ist von der Idee und mit der eigenen Arbeit Akzente setzen kann", freut sich Kieckhöfel. Der vordere Bereich zur Steinstraße hin ist soweit bereits fertig gebaut. „Für die Pflasterung haben wir teilweise alte Materialien verwendet und vor allem viel mit Naturstein gearbeitet. Außerdem greifen wir Materialien auf, die in der Stadt bereits zu finden sind, um hier gewissermaßen eine Linie fortzuführen."
Bereits jetzt kann man, durch den Bauzaun spähend, einen Eindruck gewinnen, wie die neue Öffnung zur Steinstraße hin das Kloster künftig noch besser erlebbar macht. „Das ist optisch sehr gut gelungen. Die Gestaltung des Klostergartens selbst ist eine Erweiterung auch der Angebote des Dominikanerklosters, das sich natürlich der Tradition des Hauses verpflichtet fühlt und jene Aspekte, die klösterliches Leben widerspiegeln, gern aufgreift. Der Klostergarten gehört dazu", ist Dr. Andreas Heinrich überzeugt. So wird ein Kräutergarten angelegt; ein Teil der alten Bäume konnte erhalten werden, neue kommen im Frühjahr hinzu.
Die Anlage der Wege, so Kieckhöfel, erfolgte nach historischem Vorbild. So gibt es einen Plattenweg, der an der Kirchenmauer entlang führt und das Gotteshaus mit dem Kloster direkt verbindet. Rechter und linker Hand an den Seiten findet Kleinsteinpflaster Verwendung. „Das ganze Projekt erfolgt unter Begleitung der Bodendenkmalpflege, mit der jeder einzelne Schritt abgestimmt ist", informiert der Reserv-Geschäftsführer.
Neu gestaltet wird auch der Platz neben der Nikolaikirche, wo ein Brunnen mit Wasserspiel zum Verweilen einladen und wiederum den Bezug zur Stadt am See schaffen wird; Treppenanlagen, passend zur Topographie des Areals, sind weitere Gestaltungselemente.
„Das Konzept der Neugestaltung des Klostergartens und der Platzfläche an der St. Nikolaikirche lehnt sich an die vier Grundprinzipien der Dominikaner: Leben, Gebet, Studium und Predigt an", erläutert Andreas Kotlan von ST raum a.
„Leben kann man mit Begegnung gleich setzen. Möglichkeiten der Begegnung wird es an verschiedenen Stellen geben: auf dem Nikolaikirchplatz, dem Platz vor dem Waschhaus und in der Durchquerung zur Steinstraße, wo besondere Begegnungsstätten geschaffen werden. Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen, zur Besinnung und den einen oder anderen vielleicht auch zum Gebet ein. Der Klostergarten mit seinen verschiedenen Kräutern und Gewächsen verschafft Gelegenheit, sich mit Pflanzenkunde zu beschäftigen, und letztlich bieten die verschiedenen neu geschaffenen Räume natürlich auch die Möglichkeit der Predigt." Ergänzt wird das Ensemble durch die folgende Gestaltung des Waschhauses, das den Klosterkomplex nach Fertigstellung komplettiert.
„Wir liegen gut im Zeitplan", stellt Dieter Kieckhöfel fest und ist froh über das Voranschreiten des Projektes, für das er als Subunternehmen die Firma BTT Prenzlau GmbH verpflichten konnte; für die Elektroinstallationen ist das Unternehmen Elektro-Gottschalk zuständig.
Ende des Jahres soll die Maßnahme bautechnisch abgeschlossen sein; die ersten Pflanzungen erfolgen noch im Herbst, weitere sind für das Frühjahr vorgesehen.
